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Insulin – Die richtige Injektionsstelle

Insulin wird in das Unterhautfettgewebe gespritzt und wird von dort langsam in den Körper aufgenommen. Am besten geeignet für die Injektion sind Bauch, Oberschenkel und Gesäß. Diese Körperregionen sind gut zu erreichen und die Gefahr einer versehentlichen Injektion in den Muskel ist hier gering, da die Schicht des Unterhautfettgewebes ausreichend dick ist.

Innerhalb des Körperbereichs, den Sie für die Injektion bevorzugen, z.B. der Bauch, sollten Sie die Einstichstelle stets wechseln. Das häufige Spritzen an dieselbe Stelle kann bewirken, dass sich sogenannte Lipohypertrophien bilden. Es handelt sich dabei um eine lokal begrenzte, überschießende Bildung von Fettgewebe, die so groß werden kann wie ein Tennisball. Wenn in dieses Gewebe weiter injiziert wird, ist die rasche und gleichmäßige Insulinwirkung häufig behindert. Die Folge können starke Blutzuckerschwankungen und ein unregelmäßiger, häufig zunehmender Insulinbedarf sein.

Unterschiede in der Insulinaufnahme

Jede Insulinart wird unterschiedlich schnell vom Körper aufgenommen und wirkt somit unterschiedlich schnell. Dies können Sie durch die gewählte Injektionsstelle zusätzlich beeinflussen, denn das Insulin gelangt von den verschiedenen Körperstellen unterschiedlich schnell in den Blutkreislauf:

  • Bauch: schnellster Wirkungseintritt
  • Oberschenkel: verlangsamter Wirkungseintritt
  • Gesäß/Hüfte: der trägste Wirkungseintritt

Folgende Tabelle gibt ihnen einen Überblick über sinnvolle Spritzstellen verschiedener Insulinarten. Halten Sie sich jedoch bitte an die Anweisungen Ihres Arztes:

Insulinart
Injektionsort
Wirkung
Langwirksame Insuline Oberschenkel/Gesäß
Langsame Insulinaufnahme, verlängert die Wirkdauer
Kurzwirksame Insuline/Analoga
(Mahlzeiten/Korrekturinsulin)
Bauchdecke
Rasche Insulinaufnahme
Mischinsuline
Morgens: Bauchdecke
Abends: Oberschenkel
Rasche Wirkung des kurzwirksamen Anteils zum Frühstück.
 

 

Verlangsamte Aufnahme für ausreichende Wirkung über Nacht.

Schmeisl, Gerhard-W. Schulungsbuch für Diabetiker. Elsevier GmbH, München, 7. Auflage 2011: 43“ und „Hien, P. & Böhm, B. Diabetes Handbuch. Eine Anleitung für Klinik und Praxis. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 6.Auflage 2010: 135 und 168

Die richtige Technik

Die Art und Weise, wie sie das Insulin spritzen ist für die Wirkung entscheidend, egal ob sie einen Insulin-Pen oder ein Spritze verwenden.

  • Trübe Insuline müssen vor dem Spritzen aufgemischt werden, da sonst mehr Lösungsmittel als Insulin injiziert wird. Dazu wird der Pen vor jeder Injektion 10-20 mal langsam geschwenkt oder zwischen den Händen gerollt.
  • Überprüfen Sie vor der Injektion die Funktion des Pens und entlüften Sie ihn, indem Sie ihn mit der Nadel senkrecht nach oben halten und 1-2 IE Insulin abgeben, bis ein Tropfen Insulin an der Kanülenspitze erscheint.
  • Bilden Sie mit Daumen bzw. Zeige- und Mittelfinger eine Hautfalte, so dass Sie nur Fettgewebe und keine Muskulatur mit anheben.
  • Halten Sie die Nadel senkrecht oder im 45° Winkel, je nach Länge der Nadel und Dicke der Hautfalte. Achten Sie darauf, nicht zu tief ins Gewebe zu stechen.
  • Injizieren Sie das Insulin langsam. Halten Sie die Hautfalte während der Injektion fest.
  • Lassen Sie die Nadel anschließend noch etwa 10 Sekunden in der Haut, damit kein Insulin ausläuft und der Injektionsvorgang sicher abgeschlossen ist.

Pen-Nadeln sollten nach jeder Injektion gewechselt werden. Benutzte Nadeln oder Einmalspritzen gehören nicht in den normalen Hausmüll. Ihr Praxisteam oder Ihr Apotheker wird Ihnen den besten Weg für die sichere Entsorgung Ihrer Nadeln erklären.