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Sehbehindertentag am 6. Juni 2016: Gute Blutdruck- und Blutzuckerwerte schützen bei Diabetes vor Erblindung

Ein Drittel aller Menschen mit Diabetes Typ 2 haben bei ihrer Diagnosestellung eine leichte Veränderung der Netzhaut, zwei Drittel haben nach fünfjähriger Krankheit eine Netzhauterkrankung. Die sogenannte Retinopathie ist bundesweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindungen bei Erwachsenen. Das Gefährliche: Die Augenerkrankung zeigt lange Zeit keine Symptome. Sie wird deshalb oft zu spät diagnostiziert. Um das Augenlicht zu schützen, sollten Patienten vor allem auf ihren Blutdruck, aber auch auf eine gute Stoffwechseleinstellung achten. Das betont diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zum Sehbehindertentag am 6. Juni 2016.

Menschen mit Diabetes sind besonders gefährdet, im Laufe der Erkrankung eine Sehbeeinträchtigung zu entwickeln oder gar zu erblinden. Denn dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die feinen Blutgefäße der Netzhaut irreparabel schädigen – ohne dass Betroffene das anfangs merken. Das Sehvermögen bleibt in der frühen Phase meist unbeeinträchtigt. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich bei einigen Betroffenen neue Gefäße, die bis in die Netzhaut oder den Glaskörper vordringen. Die Gefäße werden durchlässig und brüchig, Blut tritt in das umliegende Gewebe aus, was die Patienten als schwarze Flecken wahrnehmen. „Erst jetzt, wenn der Schaden am Auge unumkehrbar ist, lässt auch das Sehvermögen nach“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim.

Jährlich führt bei 2000 Menschen mit Diabetes die diabetische Retinopathie zur Erblindung. „Um dem vorzubeugen, sollten sowohl Menschen mit Typ 1 als auch mit Typ 2 Diabetes mindestens einmal im Jahr ihren Augenhintergrund spiegeln lassen. Bei bereits bestehenden Veränderungen der Netzhaut sollten die Untersuchungen je nach Stadium mindestens zweimal jährlich stattfinden“, sagt Prof. Haak. Denn früh erkannt, lassen sich irreversible Veränderungen der Netzhaut aufhalten, zum Beispiel mit einer Lasertherapie. Im fortgeschrittenen Stadium hilft gegebenenfalls nur noch eine Operation, bei der der Glaskörper entfernt und ersetzt wird.

Neben der regelmäßigen Augenkontrolle beim Arzt ist auch eine gute Stoffwechseleinstellung mitentscheidend, wie Prof. Haak betont: „Der wichtigste Anker in der Vorsorge von Augenerkrankungen sind zum einen konstant gute Blutzuckerwerte“. Zum anderen habe sich bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 gezeigt, dass gut kontrollierte Blutdruckwerte noch wichtiger sind als die Blutzuckerwerte. Es gilt deshalb einen Blutdruck von unter 140/80 mmHG anzustreben.